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Wie Minimalismus mein Leben verändert hat......

 

Vor 2 Jahren bin ich Hals über Kopf umgezogen. Da der Umzug innerhalb von einem Wochenende von Statten ging, hatte ich keine Zeit vorher meine Sachen auszusortieren oder nach Kategorien zu packen. Da stand ich dann, als  alle Umzugshelfer weg waren, in meiner neuen Wohnung. Alleine. Mit Unmengen von Dingen. Dann habe ich mal damit begonnen alles in die Schränke und Regale einzuräumen. Erschreckenderweise passten all meine Dinge da auch wirklich rein. Aber so wirklich glücklich war ich mit meiner Wohnung nicht. Beim Besichtigungstermin, als die ganze Wohnung leer war, war ich mir 100% sicher. Das ist meine absolute Traumwohnung! Aber dieses Gefühl ist verschwunden. Ich räumte ständig um, sortierte Dinge neu ein, dekorierte um, stellte Möbel um. Aber irgendwie wurde es nicht besser.

 

Dann beschloss ich einfach mal, das komplette Schlafzimmer auszuräumen. Nur die Möbel blieben stehen. Ich schmiss alles im Wohnzimmer auf den Boden. Dann wurde mir bewusst, wie viel ich eigentlich habe. Und das waren nur die Dinge, die ich im Schlafzimmer gelagert hatte. Dinge wie Kleidung, Bettwäsche, Bücher, Drucker, Taschen und was die Schränke sonst noch so hergab. Erschreckend! Naja bei manchen Dinge fragte ich mich selber, ob die wirklich ins Schlafzimmer gehören. Aber gut. Habe mir aus dem Berg von Gegenständen alles rausgesucht was ich im Schlafzimmer haben möchte und diese wieder in die Schränke geräumt.

 

Viel besser! Plötzlich habe ich mich so wohl in diesem Raum gefühlt, obwohl sich auf den ersten Blick nichts verändert hatte.

 

Diese Prozedur machte ich dann mit allen Räumen meiner Wohnung. Dann bemerkte ich plötzlich, dass ich viel zu viele Möbel hatte. In manchen Regalen standen nur irgendwelche Dinge, nur damit es nicht leer ist.

Habe dann viele Dinge, auch Möbel, im Internet verkauft oder gespendet. Meine aussortierten Bücher spendete ich für einen Flohmarkt, bei dem der Erlös Jugendliche, die aus problematischen Familienverhältnissen kommen, zu Gute kommt.

So aber jetzt war ich zufrieden! Das Gefühl, dass ich meine Traumwohnunng gefunden habe, ist zurück!

 

 

Meine wichtigsten Erkenntnisse beim Thema Aussortieren:

  • Alle Gegenstände, an die ich mich nicht erinnern konnte, das ich sie habe - brauche ich nicht!

 

  • Alles was ich nur behalte, weil es ein Geschenk war, obwohl ich es nicht wirklich mag - kann weg!

 

  • Kleidung, die ich nur gekauft habe, um anderen zu gefallen - Weg damit!

 

  • Die Schränke müssen nicht voll sein!

 

  • Es muss nicht auf jeder leeren Oberfläche Zeug stehen, nur damit sie nicht leer ist

Ich war so glücklich und wollte es nie wieder so weit kommen lassen!

 

 

Es hat sich nicht nur mein Zuhause verändern, sondern sich langsam auf alle Bereiche meines Lebens ausgeweitet. Es hat mich als Person verändert.

 

Die stärksten persönlichen Veränderungen:

  • Ich hinterfragte plötzlich alles
  • Ich legte den Fokus auf mich selber
  • Ich nahm Reize aus der Umgebung plötzlich viel stärker war
  • Ich konnte klare Entscheidungen treffen
  • Mir wurde bewusst, wie oberflächlich die Welt ist
  • Ich hatte keinen Spaß mehr am Shoppen
  • Ich hörte auf, mich mit anderen zu vergleichen
  • Ich lernte, auf mein Bauchgefühl zu hören
  • Ich hörte auf, Dinge zu tun, weil es sich so gehört
  • Ich beendete Freundschaften
  • Ich ernährte mich, ohne mich bewusst dafür zu entscheiden, plötzlich vegan
  • Ich hatte plötzlich andere Interessen
  • Ich fühlte intensiver

 

Minimalismus hat mein Leben verändert. Minimalismus hat mein Leben bereichert. Ich konnte endlich Loslassen. Es öffneten sich plötzlich viele neue Türen.

 

Ich habe erst, nachdem ich meine Wohnung aussortiert habe, mich intensiv mit dem Thema Minimalismus auseinandergesetzt und mir Bücher geholt. Das war sehr erleichternd, da ich manchmal wirklich nicht mehr sicher war, ob ich irgendeinen Zwang entwickelte. Aber alles  okay!

 

Plötzlich interessierten mich Themen wie Nachhaltigkeit, Zero Waste, Veganismus, Gesundheit, Hausmittel,...

 

...ich wollte weg von all dem chemischen Zeug, dass ich jahrelang zu mir nahm oder mir auf die Haut klatschte....

...und ich sparte dabei auch noch richtig viel Geld!

 

 

Von da an begann meine Reise.

Die Reise herauszufinden, wer ich wirklich bin.

Die Reise gemeinsam mit der Natur und nicht dagegen.

Eine Reise ohne Ziel.

Meine ganz persönliche Reise zu einem besseren Ich.

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